AktuellesBerufsfachliche / Berufspolitische Informationen für unsere Mitglieder

   

  • „Pflege muss Chefsache werden“. Bayerischer Landespflegerat (BLPR) fordert erneut Masterplan Pflege von der Staatsregierung: erfreulicherweise hat sich der Ministerrat in der Kabinettssitzung am 24.09.2019 mit der Verbesserung der Rahmenbedingungen für professionelle Pflege befasst. Themen waren u. a. das „Bündnis für Fachkräfte“, eine geplante Imagekampagne für den Nachwuchs, die neue generalistische Pflegeausbildung, Bezahlbares Wohnen für Pflegekräfte und bessere Bezahlung. Nach Einschätzung des BLPR greifen jedoch Einzelmaßnahmen bei den bestehenden Herausforderungen zu kurz. Das erklärte Ziel des BLPR ist eine gebündelte, nachhaltige Lösung in Zusammenarbeit mit den pflegerelevanten Akteuren, um die pflegerische Versorgung langfristig gewährleisten zu können. Für weiterführende Informationen siehe Pressemitteilung BLPR auf unserer Homepage. 
  • Personalbemessung in Kliniken: Der Deutsche Pflegerat (DPR), die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und die Gewerkschaft Verdi haben eine Initiative zur Berechnung des Pflegekräftebedarfs in allen Klinikabteilungen angekündigt. Sie stellten am 13.08.2019 in Berlin Eckpunkte für die Entwicklung eines verbindlichen Instruments zur Personalbemessung vor.  
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat einen Gesetzentwurf für eine Neuregelung der außerklinischen Intensivpflege vorgelegt (Reha- und Intensivpflege-Stärkungsgesetz, RISG). Dieser Entwurf sieht eine stärkere Reglementierung und Kontrolle dieses Bereichs vor und ist bei Menschen, die auf diese Form der Pflege (z. B. Beatmung) angewiesen sind, sehr umstritten. Betroffene geben an, dass sie sich in ihrer Entscheidungsfreiheit eingeschränkt fühlen und einen Pflichtumzug in ein Pflegeheim fürchten. Auf der anderen Seite haben jedoch diverse Skandale dafür gesorgt, dass Forderungen nach höheren Qualitätsstandards und Überprüfung für diesen Bereich entstanden sind. Wir werden die Diskussion weiter beobachten und berichten. 
  • Bayerischer Gesundheits- und Pflegepreis: Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml hat am 24.09.2019 folgende drei Projekte ausgezeichnet:
    • Projekt „Kleine Helden brauchen großes Herz – Pflegerisch begleitete Auszeiten für Familien mit chronisch kranken oder behinderten Kindern“ des gleichnamigen Vereins aus München: Bei einem Aufenthalt am Irmengardhof am Chiemsee erhalten diese Familien eine Auszeit von ihrem oft schweren Alltag. Während dieser Zeit werden die kranken Kinder von Gesundheits- und Kinderkrankenpflegenden versorgt.
    • Projekt „Arbeitszeitadaptierte Tagespflege für Senioren“ in Neutraubling des Kreisverbandes Regensburg des BRK: Bis zu 60 Pflegebedürftige werden hier betreut. Die Öffnungszeiten orientieren sich an den wechselnden Arbeitszeiten der Angehörigen, die in den umliegenden Firmen arbeiten.
    • Projekt „Voice-Weaning –Vertraute Stimmen im Weaningprozess“, Neurointensivstation, Universitätsklinikum Erlangen: Drei Fachkrankenpflegende für Anästhesie und Intensivmedizin konnten nachweisen, dass die kontrollierte Beatmungszeit von neurologischen Patienten mit Hilfe des Vorspielens vertrauter Stimmen von Angehörigen um bis zu einem Drittel reduziert werden konnte.Als Caritas-Gemeinschaft haben wir ein Vorschlagsrecht für diesen Preis. Deshalb freuen wir uns, wenn Sie uns über Ihre innovativen Projekte berichten. 
  • Neue Kinaesthetics Studie: In Dänemark wurde der Nutzen von Kinaesthetics untersucht. Zum einen wurden die erlebten Auswirkungen der Anwendung von Kinaesthetics zur aktiven Mobilisierung von Intensivpatient(inn)en wissenschaftlich untersucht und zum anderen die körperliche Arbeitsbelastung des Pflegepersonals. Die Ergebnisse bestätigten erfreulicherweise die bereits lange bestehenden Annahmen und stärkten die Argumentation für den Einsatz von Kinaesthetic in der Pflegepraxis.
    Die englischsprachig veröffentlichte Studie finden Sie unter:
    https://www.kinaesthetics.dk/dl/doc/2019/2037/Kinaesthetics_Studie_2019_DK.pdf
  • Zum „Kammerflimmern“:
    Am 14.06.2019 wurde die Bundespflegekammerkonferenz gegründet. Die Pflegekammerkonferenz ist die Bundesvertretung der landesrechtlich geregelten Pflegekammern. Sie ist die berufspolitische Interessenvertretung der Pflegefachberufe auf Bundesebene, dient der länderübergreifenden Kommunikation sowie der Harmonisierung von Ordnungen. Sie vernetzt die Aktivitäten der bestehenden Landespflegekammern. Als Arbeitsgemeinschaft der Pflegekammern arbeitet sie aktiv an pflege- und gesundheitspolitischen Entscheidungen auf Bundesebene mit. Alle zukünftig noch entstehenden Landespflegekammern können in der Pflegekammerkonferenz mitwirken. Voraussetzung ist, dass deren Unabhängigkeit durch Mitgliedsbeiträge gesichert ist. Zudem müssen sie über eine Mitgliederzahl verfügen, die den Großteil der Berufsgruppe umfasst. Der Sonderweg „Vereinigung der Pflegenden in Bayern“ erfüllt beide Voraussetzungen nicht. Mit der Entscheidung der bayerischen Regierung für diesen Sonderweg, wurde den Pflegefachpersonen in Bayern die Partizipation auf Bundesebene verbaut. Weitere Informationen zur Bundespflegekammer finden Sie unter:
    https://pflegekammerkonferenz.bundespflegekammer.de/nachrichten-lesen/gemeinsam-stark-fuer-gute-pflege-pflegekammerkonferenz

    Pflegekammer Niedersachsen:

    • Für die Pflegekammer Niedersachsen hat das Oberverwaltungsgericht Lüneburg entschieden, auch die Mitgliedschaft von Personen, die nicht in der direkten Pflege arbeiten, ist die Pflichtmitgliedschaft verfassungsgemäß und damit rechtens. Die Begründung des Gerichts: Selbst wenn die Pflegefachkraft patientenferne Tätigkeiten ausübt, setzt sie dennoch ihr Pflegefachwissen ein.
    • Aktuell erarbeitet ein Ausschuss der Pflegekammer Niedersachsen die Weiterbildungsordnung für die Pflegefachpersonen. Ziel ist es, die Weiterbildungsordnung modular zu gestalten.

 

München, 02.10.2019          Claudia Hauck