AktuellesBerufsfachliche / Berufspolitische Informationen für unsere Mitglieder

  • Infektionen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 können als Arbeitsunfall oder als Berufskrankheit Deshalb empfiehlt die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) in einem solchen Verdachtsfall einen PCR-Test als Nachweis sowie die Information des Arbeitgebers. Dabei an die Dokumentation im Verbandbuch denken! Dies ist wichtig, da z. B. ein chronischer Verlauf der Erkrankung nicht von Beginn an absehbar ist. Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.bgw-online.de/bgw-online-de/service/unfall-berufskrankheit/berufskrankheiten/covid-19-63456
  • Der Abschlussbericht360 Grad Qualifikationsmix in der Pflege“ der Robert Bosch Stiftung GmbH wurde am 20.06.2022 in Berlin vorgestellt. An dem Projekt waren acht Einrichtungen mit rund 50 Versorgungseinheiten, 160 Projektbeteiligte und Tausende von Patienten und Pflegebedürftige in verschiedenen Krankenhäusern, einem Universitätsklinikum, einer psychiatrischen Einrichtung, zwei Pflegeheimen und einem ambulanten Pflegedienst beteiligt. Ziel des Projektes ist es, die Ergebnisqualität unterschiedlich zusammengesetzter Teams – Pflegeassistentinnen und -assistenten, beruflich ausgebildete Pflegefachpersonen und akademisch qualifizierte Pflegefachpersonen – zu überprüfen und durch eine Veränderung des Qualifikationsmixes zu steigern. Als Ergebnis liegen nun u. a. Aufgabenbeschreibungen für die einzelnen Pflegesettings vor. Weiter wird darauf eingegangen, welche Kompetenzniveaus und welcher Qualifikationsmix für die Erfüllung der pflegerischen Aufgaben erforderlich sind. Wissenschaftlich begleitet wurde das Projekt vom Deutschen Institut für angewandte Pflegeforschung (dip). Den Bericht finden Sie unter: https://qualifikationsmix-pflege.de
  • Der Netzwerk-Workshop zum Thema „Modellhafte Implementierung des Expertenstandards Förderung der Mundgesundheit in der Pflege“ des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) wurde auf den 30.09.2022 verschoben. Die Präsenzveranstaltung wird in Osnabrück stattfinden. Eine Anmeldung ist noch möglich unter: https://www.dnqp.de/24-netzwerk-workshop/
  • Die zweite Aktualisierung des Expertenstandards „Förderung der Harnkontinenz in der Pflege“ hat mittlerweile begonnen. Frau Prof. Dr. Daniela Hayder-Beichel (Hochschule Niederrhein) hat die wissenschaftliche Leitung des Projekts übernommen. Zusammen mit 13 Expertinnen und Experten aus der Pflegewissenschaft und der Pflegepraxis erarbeitet sie nun den aktuellen Wissensstand bei der Förderung der Harnkontinenz. Ende 2023 wird die Veröffentlichung des aktualisierten Expertenstandards durch das DNQP angestrebt.
  • Neu wird ein Expertenstandard zum Thema „Pflege der Haut“ vom DNQP entwickelt. Herr Prof. Dr. Jan Kottner von der Charité-Universitätsmedizin Berlin hat die wissenschaftliche Leitung der Expertenarbeitsgruppe übernommen. Ziel ist die Beschreibung eines pflegerischen Qualitätsniveaus der Pflege und Gesundhaltung der Haut. Der Entwurf des Expertenstandards soll an der 11. Konsensus-Konferenz in der Pflege am 17.02.2023 in Osnabrück der Fachöffentlichkeit vorgestellt werden.
  • Für die Modellvorhaben zur Übertragung heilkundlicher Tätigkeiten liegt seit Anfang Juli der Rahmenvertrag auf Bundesebene vor. Pro Bundesland soll mindestens ein Modellvorhaben für max. 4 Jahre durchgeführt werden. Für die genaue Ausgestaltung bedarf es noch nähere Regelungen durch die Bundesländer. Dringend ist hier noch die Finanzierung zu klären. Weiter ist die Umsetzung der Qualifikationsmaßnahmen als erweiterte Ausbildung nach § 14 PflBG an den Berufsfachschulen für Pflege und den Hochschulen auf Länderebene zu klären. Die neun standardisierten Module für die erweiterte Ausbildung haben wir bereits Anfang des Jahres vorgestellt und sind hier abrufbar: https://www.bibb.de/de/139520.php
    Laut Rahmenvertag sind die Modellvorhaben auf die ambulante Pflege sowie auf folgende drei Anwendungsbereiche begrenzt:
    „Erweiterte heilkundliche Verantwortung für Pflege- und Therapieprozesse mit Menschen aller Altersstufen …“
    „… in diabetischer Stoffwechsellage.“
    „…, die von einer Demenz betroffen sind.“
    „…, die von chronischen Wunden betroffen sind.“
    Ziel der Übertragung ist die Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung insbesondere von chronisch erkrankten Menschen. Die Übernahme dieser Tätigkeiten stärkt und entlastet die Pflegefachpersonen, da sie die Pflege- und Therapieprozesse dieser drei Anwendungsbereiche selber verantworten und eigenverantwortlich durchführen können. Das verringert zeitraubende Abstimmungs- und Verordnungsprozesse.

München, 07.07.2022 Claudia Hauck